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DEBORAH LIGORIO: DONUT TO SPIRAL (2004)


by Christiane Rekade

Deborah Ligorios neuester Film entstand während ihres Aufenthaltes in Los Angeles mit dem „MAK Schindler Artists in Residence Program“. Sie beschreibt darin eine Autoreise von L.A. durch die Wüste Californiens bis an den Great Salt Lake zu Robert Smithsons „Spiral Jetty“. Gedanklich stellte sie an den Anfang und das Ende der Reise die Form zweier Ringe: den übergrossen Donut, der am Flughafen von L.A. laut für dieses Gebäck wirbt und die Spirale Smithsons.


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Die Kamera unbeweglich aus dem Autofenster gerichtet, nimmt Ligorio die menschenleere, scheinbar unberührte Landschaft im immergleichen Tempo auf. Während der Fahrt wechselt die Wüste zur Felslandschaft; das Rotbraun des Sandes geht über ins Weiss der Schneelandschaft. „Mi è sempre piaciuto osservare il paessagio che scorre fuori dal finestrino“, beginnt die Künstlerin die Gedankengänge und Assoziationsketten, mit denen sie aus dem Off die vorüberziehenden Landschaften kommentiert. Ligorios Film ist kein Roadmovie. Es ist ein Abfahren, ein Scannen einer fremden Landschaft, die uns gleichzeitig aus unzähligen Filmen Hollywoods, aus der Werbung und den Medien vertraut ist. Auch während der Fahrt wird man den Eindruck einer Filmkulisse nie ganz los. Nur schwer lässt sich die Landschaft vor dem Autofenster ohne die Fernseh-und Kinobilder im Hinterkopf wahrnehmen. Wir sind mit der Künstlerin fast enttäuscht, wenn sich die „Spiral Jetty“, das wohl meistfotografierte Werk Smithsons am Ende der Reise statt in im typischen Kontrast von Rot und Schwarz als eine weisse Struktur in einem zugeschneiten See präsentiert.


Blick aus der Distanz

Schon in früheren Filmen richtete die Künstlerin ihren analytischen Blick auf eine Landschaft. „Wired under Water“ (1999) zeigt den Verlauf einer Telefonleitung auf dem Meeresgrund. In „Landscape“ (2002) betrachtet sie ihre Heimat Apulien aus der Vogelperspektive. Mit dem Blick aus der Distanz wird die Landschaft Süditaliens zu einer Karte aus verschiedenen farbigen Feldern und Linien; in ihrer Recherche über den Verlauf der Telefonleitungen in den Meeren, schafft Deborah Ligorio ein neues Netz, neue Zusammenhänge auf der Weltkarte. Auch die Fahrt an den Great Salt Lake ist eine Art Bestandesaufnahme, eine Kartographie dieser Landschaft, von der wir bereits tausende von Bildern, Geschichten und Erinnerungen haben.


Christiane Rekade is a critic and curator based in Berlin